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Insolvenz-Konkurs-Insolvenzverfahren-Verbraucher-Unternehmer-Verbraucherinsolvenz-RegelinsolvenzDas Insolvenzverfahren „Wie wird hier mit mir verfahren?“

Bei Insolvenz (früher: Konkurs) zieht die Bank häufig eine Bürgschaft und verwertet Grundschuld und Hypothek. Unternehmensinsolvenz hat meist Privatinsolvenzen in der Folge, z.B. Insolvenzen von Sicherungsgebern. Die frühzeitige Begleitung durch einen Rechtsanwalt im Insolvenzverfahren ist dringend zu empfehlen - bei Regelinsolvenz und Verbraucherinsolvenz. Schuldnerberater kennen das Insolvenzrecht nicht so wie Rechtsanwälte.

Der Briefkasten ist wieder voll mit Mahnungen und gelben Briefen vom Gericht, der Gerichtsvollzieher steht vor der Tür und das Inkassobüro ruft an...

Wenn das Geld einfach nicht mehr reicht, wenn keine absehbare Perspektive für eine durchgreifende Besserung besteht und eine Erledigung der aufgelaufenen Schulden besteht, denken nicht nur Unternehmer, sondern auch immer mehr Verbraucher an einen Insolvenzantrag. Zu Recht, denn jede so genannte „natürliche Person“, d.h. jeder Mensch (in Abgrenzung zu Unternehmen), der zahlungsunfähig ist, kann die Restschuld­befreiung durch ein Insolvenzverfahren erlangen. Große Unsicherheit besteht aber immer noch darüber, wie man zum einen in das Verfahren hineinkommt und zum anderen was einen dabei erwartet.


Inhaltsverzeichnis

  1. Verbraucherinsolvenz-Regelinsolvenz-Abgrenzung-Wahl-des Verfahrens
  2. Verbraucherinsolvenz: Außergerichtlicher Schuldenbereinigungs-Versuch
  3. Liste aller Gläubiger und Überblick über Einkommens-/Vermögens-Situation
  4. Gerichtlicher Schuldenbereinigungs-Versuch
  5. Insolvenzverfahren
  6. Restschuldbefreiung
  7. Fazit/Zusammenfassung
  8. Insolvenz/Konkurs - Beratung durch Anwälte über Insolvenzverfahren aus Sicht verschiedener Beteiligter

Verbraucherinsolvenz-Regelinsolvenz-Abgrenzung-Wahl-des Verfahrens
Erste Weichenstellung: Verbraucher oder Unternehmer?

Wer Unternehmer ist oder unternehmerisch tätig war und 20 oder mehr Gläubiger hat oder Verbindlichkeiten aus Arbeits­verhältnissen, (dazu zählt auch Lohnsteuer oder Sozial­versicherung), kann direkt die sog. Regelinsolvenz bei Gericht beantragen. Das Formular kann man sich bei Gericht holen oder aus dem Internet herunter laden. Für alle anderen steht das Verbraucherinsolvenzverfahren als eine vereinfachte Variante zur Verfügung. Für diesen Personenkreis hat der Gesetzgeber jedoch vorgesehen, dass vor einem Antrag bei Gericht zunächst versucht werden muss, eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern zu finden. Nur wenn das gescheitert ist, was eine so genannte „geeignete Stelle“ bestätigen muss, steht der Weg in das Insolvenzverfahren offen.

Verbraucherinsolvenz-außergerichtlicher-Schuldenbereinigungs-Versuch
Außergerichtlicher Schuldenbereinigungsversuch vor der Verbraucherinsolvenz

Die notwendige Hilfe beim außergerichtlichen Einigungsversuch kann z.B. von einer sozialen Schulden­beratungs­stelle, z.B. bei der Diakonie geleistet werden, von besonders zugelassenen gewerblichen Beratern und nicht zuletzt Rechtsanwälten. Bei der Auswahl heißt es bereits Augen auf und Kosten prüfen. Manche soziale Einrich­tung arbeitet für 0,-- Euro, hat aber u.U. sehr lange Wartezeiten. Mancher gewerbliche Berater nimmt für den gleichen Fall vielleicht € 2.000,--. Bei Anwälten muss eine Vergütung vereinbart werden, die allerdings oft sogar günstiger ist als bei gewerblichen Beratern. Wer ganz wenig Geld zur Verfügung hat, sollte vor dem Besuch beim Anwalt bei der Beratungshilfestelle seines Amtsgerichtes anfragen, ob er einen Beratungshilfeschein erhält. Gelingt dies (die Praxis der Gerichte ist hier regional unterschiedlich), ist beim Anwalt nur ein Kostenbeitrag von nur € 10,-- zzgl. USt. zu zahlen.

Verbraucherinsolvenz-Liste-aller-Gläubiger-Überblick-über-Einkommens-Vermögens-Situation
Liste aller Gläubiger und Überblick über die Einkommens- und Vermögenssituation ...

... das braucht der Berater. Er hilft dann einen Schuldenbereinigungsplan aufzustellen und schlägt diesen den Gläubigern vor. Wo nichts ist, kann allerdings auch nichts angeboten werden. Ein solcher sog. „flexibler Nullplan“ löst bei den Gläubigern verständlicherweise wenig Begeisterung aus und wird meist abgelehnt. Manchmal sind aber Verwandte oder Freunde bereit und in der Lage, einen Betrag zu leihen, wenn damit ein Vergleich mit allen Gläubigern erreicht werden kann, und manchmal können wenigstens nennenswerte Raten angeboten werden. Sind alle Gläubiger mit dem Schuldenbereinigungsplan einverstanden, ist ein Insolvenzantrag gar nicht mehr nötig. Ansonsten erteilt der Berater eine Bescheinigung über das Scheitern des Einigungsversuches und der Insolvenzantrag kann binnen 6 Monaten gestellt werden.

Verbraucherinsolvenz-Privatinsolvenz-gerichtlicher-Schuldenbereinigungs-Versuch
Gerichtlicher Schuldenbereinigungsversuch

Stimmen einzelne Gläubiger dem Plan nicht zu, kann zusammen mit dem Insolvenzantrag beantragt werden, dass ein gerichtlicher Einigungsversuch erfolgt, wenn die Aussicht besteht, dass eine Mehrheit, bemessen sowohl nach Anzahl als auch nach den Forderungsbeträgen zustimmen wird und der Plan die Gläubiger zumindest nicht schlechter stellt, als sie bei Durchführung des Insolvenzverfahrens stünden. Kommt diese Mehrheit im gerichtlichen Verfahrne zustande, kann das Gericht die fehlende Zustimmung der Minderheit ersetzen. Es kommt dann eine Art Zwangsvergleich zu Stande. Das Insolvenzverfahren ruht während des gerichtlichen Planes und ist beendet, wenn dieser gelingt, ansonsten wird das Verfahren eröffnet. Auch für den Selbständigen besteht eine Möglichkeit einen Plan vorzulegen und so schneller zu einer Restschuldbefreiung zu kommen, das Verfahren ist nur etwas anders.

Insolvenzverfahren-Zahlungsunfaehigkeit-Ueberschuldung-Treuhaender-Insolvenzverwalter
Insolvenzverfahren

Das Insolvenzverfahren wird eröffnet, wenn ein Insolvenzgrund – Zahlungsunfähigkeit oder drohende Zahlungsunfähigkeit vorliegt und die Kosten des Verfahrens gedeckt sind. Bei Bedürftigkeit kann ein Antrag auf Kostenstundung gestellt werden, so dass niemandem der Zugang zum Verfahren aus Kostengründen verstellt ist. Bei Verbrauchern wir vom Gericht ein sog. „Treuhänder“ bestellt, bei Selbständigen ein „Insolvenzverwalter“, der Unterschied liegt im Detail bei den Befugnissen. Im Insolvenzverfahren ist zunächst vorhandenes Vermögen zu verwerten. Außerdem werden die Forderungen der Gläubiger geprüft und in einer Tabelle förmlich festgestellt. Ist dies abgeschlossen, wird das eigentliche Insolvenzverfahren beendet und die Restschuldbefreiung angekündigt, vorausgesetzt, es liegen keine Versagensgründe vor. Der Bedeutsamste ist, wenn vor der Insolvenz falsche Angaben über die wirtschaftlichen Verhältnisse gemacht wurden, um Kredite oder Leistungen aus öffentlichen Mitteln zu erhalten oder Zahlungen an öffentliche Kassen zu vermeiden.

Verbraucherinsolvenz-Privatinsolvenz-Restschuldbefreiung-Wohlverhaltensphase
Restschuldbefreiung

Nach Abschluss des Verfahrens schließt sich die sog. „Wohlverhaltensphase“ an, in der der Treuhänder nur noch – soweit vorhanden - die laufenden pfändbaren Einkommensbeträge einzieht und an die Gläubiger verteilt. Das „Wohlverhalten“ besteht im wesentlichen darin, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben oder sich um eine solche zu bemühen und alle Veränderungen der Verhältnisse zu melden. Nach Ablauf der 6 Jahre, die ab Eröffnung des Verfahren berechnet werden, wird dann die Restschuldbefreiung erteilt. Damit ist man alle Schulden los – außer solche aus „unerlaubter Handlung“ die die Gläubiger auch als solche angemeldet haben. Das können z.B. Schmerzensgelder, Geldstrafen, Forderungen Kreditbetrug sein, aber auch – wie bei Selbständigen häufiger - Forderungen aus nicht abgeführten Arbeitnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung.

Restschuldbefreiungsverfahren-Verbraucherinsolvenz-Privatinsolvenz-Fazit-Zusammenfassung

Fazit:

Vielleicht fühlt sich der Schritt in die Insolvenz ein bisschen wie eine Kapitulation an, tatsächlich ist dies jedoch oft der erste Schritt wieder selbst aktiv zu werden und zu Handeln, statt sich gejagt zu fühlen und mit dem Rücken an der Wand zu stehen. Eine große Entlastung von dem Druck der fordernden und vollstreckenden Gläubiger ist für die Betroffenen schnell spürbar. Im Insolvenzverfahren findet keine Einzelzwangsvollstreckung mehr statt, es kommt also kein Gerichtsvollzieher mehr und Mahnungen und Anrufe bleiben auch bald aus. Sind die Verhältnisse einfach und eindeutig geht das Verfahren meist glatt und problemlos vonstatten. Gibt es jedoch Unsicherheiten bezüglich der Pfändbarkeit von Vermögensgegenständen (z.B. Kfz), stellen Gläubiger Anträge auf Versagung der Restschuldbefreiung oder melden Forderungen aus unerlaubter Handlung an, kündigt ein Insolvenzverwalter die Anfechtung von Vermögensübertragungen an etc., sollte jedoch dringend anwaltlicher Rat eingeholt werden. Es sollte auch nicht vergessen werden, dass es die vom Gesetz vorgegebene Rolle des Insolvenzverwalters ist, für die Gläubiger möglichst viel heraus zu holen, er ist nicht der Freund des Schuldners. So kooperativ und freundlich er dem Schuldner begegnen mag, er wird immer auch prüfen, ob Vermögensverschiebungen angefochten werden können oder Haftungsansprüche gegen Geschäftsführer und Gesellschafter durchgesetzt werden können. Eine eigene rechtliche Beratung ist daher insbesondere in der Unternehmensinsolvenz von Anfang an wichtig.

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Raus aus den Schulden
Beratung durch Anwälte über Insolvenzverfahren

Gern erörtern wir Ihre Möglichkeiten, verhandeln Vergleiche, führen sinnvolle Prozesse und begleiten Sie durch Insolvenz- oder Zwangsversteigerungsverfahren. Wir wissen, ob es um eine Regelinsolvenz oder eine Privatinsolvenz geht.

Wir haben langjährige Erfahrung in der Vertretung von Kreditinstituten und von Bankkunden, wir kennen beide Seiten. Die Welt ist nicht schwarz-weiß. Wir geben Ihnen eine ehrliche Einschätzung der Aussichten, keine waghalsigen Versprechungen. Wir kämpfen für Ihr Recht, mit Sinn und Verstand. Wir prozessieren wo nötig und verhandeln wo möglich.

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